Kommunale Straßenzustandserfassung mit System

Die zielgerichtete Erhaltung der Straßen sowie der Geh- und Radwege ist für die Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität von großer Bedeutung. Dafür sind neben einem geeigneten Managementansatz insbesondere Daten zum Bestand und Zustand der Infrastruktur erforderlich.

Geschäftsführer Henning Balck stellt das neue Verfahren für die Zustandserfassung der Straßen und Gehwege vor.

Die Zustandserfassung der Fahrbahnen sowie der Geh- und Radwegen erfolgt durch die kommunalen Baulastträger üblicherweise im Rahmen des betrieblichen Unterhalts. Dabei werden potenzielle Gefahrenstellen, wie z.B. Schlaglöcher, im Rahmen der regelmäßigen Begehung identifiziert und behoben. Sofern es punktuelle Reparaturen nicht mehr sinnvoll erscheinen, werden z.T. auch größere Streckenabschnitte in das Erhaltungsprogramm übernommen und dann vollflächig saniert. Für ein ganzheitliches, netzweites Erhaltungsmanagement fehlen den Kommunen in Deutschland häufig geeignete Informationen, da die Meldungen aus den täglichen Begehungen nur bedingt zu einem Gesamtbild des Straßennetzes zusammengeführt werden können. Für das Management der Straßenerhaltung ist es erforderlich, den Straßenzustand des Gesamtnetzes transparent und frei von subjettiven Eindrückenr abzubilden. HELLER bietet dazu einen neues Verfahren an, das aktuell in der Kreisstadt Groß-Gerau angewendet wurde. Der Ansatz umfasst die fototschnische Erfassung der Oberflächen der Straßen und Wege w mit hochauflösenden Kameras, die messtechnische Bewertung der Befahrbarkeit und die ingenieurtechnische Bewertung des Schadensbilds. Hierzu zählte neben der Darstellung des aktuellen Zustands insbesondere auch die Bestimmung der erhaltungsbedürftigen Streckenabschnitte und des Gesamterhaltungsbedarfs. Die Ergebnisse werden in Form eines Gutachtens für die Haushaltsplanung und die Gestaltung des Bauprogramms bereitgestellt. Das Verfahren wurde so konzipiert, dass die Ergebnisse zukünftig effizient fortgeschrieben werden können. Ein wesentlicher Vorteil des neuen Ansatzes liegt auch darin, dass der Zustand sehr effizient und schnell erfasst werden kann. Das ca. 100 km lange Netz der Stadt Großgerau konnte zusammen mit ca. 200 km Geh- und Radwegen innerhalb einer Woche vollständig befahren und erfasst werden.