Visuell-bildbasierte Zustandserfassung: Qualität entscheidet

Beim Kolloquium "Kommunale Straßenerhaltung 2026" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) in Köln hat Christian Komma, langjähriges Mitglied im Arbeitskreis für kommunales Erhaltungsmanagement, die Anforderungen an eine belastbare Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) beleuchtet. Im Mittelpunkt standen vier Schlüsselkriterien, die über die Aussagekraft und Brauchbarkeit kommunaler Straßenzustandsdaten entscheiden.

Christian Komma stellt auf dem Kolloquium Kommunale Straßenerhaltung 2026 (10./11.03.2025) in Köln dar, welche Anforderungen speziell an visuell-bildbasierte Zustandserfassungen im kommunalen Straßenwesen zu stellen sind. Der Vortrag beleuchtete technische Grundlagen, Auswertungsmethoden und deren Einfluss auf die Ergebnisqualität – und zeigte anhand eines Pilotprojekts wie eine methodisch fundierte ZEB in der Praxis aussehen kann.

Ein zentrales Thema des Vortrags war die Frage, welche Anforderungen an Zustandsdaten gestellt werden müssen, damit diese als tragfähige Grundlage für ein glaubwürdiges und fachlich fundiertes Erhaltungsmanagement dienen können. Dabei wurden vier Kriterien als wesentlich herausgestellt: Zustandsdaten müssen reproduzierbar sein, also bei wiederholter Anwendung zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Sie müssen vergleichbar sein, um Zustandsentwicklungen über längere Zeiträume objektiv nachverfolgen zu können. Sie müssen unabhängig von subjektiven und technischen Einflüssen erhoben werden, was Transparenz und Eindeutigkeit des eingesetzten Verfahrens voraussetzt. Und sie müssen zielführend sein – das heißt, sie müssen den tatsächlichen Bedarf der Kommune in Bezug auf Art, Umfang und Weiterverarbeitbarkeit der Daten abdecken.

Nur wenn diese vier Anforderungen erfüllt sind, können Zustandsdaten ihren eigentlichen Zweck erfüllen: fundierte Entscheidungen zu ermöglichen, Budgets sinnvoll zu planen und den langfristigen Werterhalt der Verkehrsinfrastruktur zu sichern. Der Vortrag machte deutlich, dass dies gerade bei der visuell-bildbasierten Erfassung besondere Sorgfalt bei Leistungsbeschreibung, Methodenwahl und Qualitätssicherung erfordert – von der Kameratechnik über die Auswertungsmethodik bis hin zum Umgang mit KI-gestützten Verfahren, die zwar viel Potenzial bieten, derzeit aber noch nicht ohne Nacharbeitungsaufwand auskommen.